Wer ein Haus bauen will, muss beizeiten kalkulieren, was er sich leisten kann. Da der künftige Bauherr in der Regel Laie ist, sollte er sich so früh wie möglich ? am besten schon vor dem Grundstückskauf ? an den Architekten bzw. an die Architektin wenden. Mit umsichtiger Planung lassen sich am meisten Kosten einsparen. Fachliche Beratung zeigt Alternativen auf, die es dem Bauherrn ermöglichen selbst zu entscheiden, welchen Standard er sich leisten kann und will.

 

Das Grundstück

Im Alter um die 30 denken die meisten darüber nach, Wohneigentum zu erwerben: Die Mietwohnung ist recht teuer und auch nicht mehr groß genug, wenn das zweite Kind kommt. Sofern kein Grundstück vorhanden ist, wendet sich der zukünftige Bauherr am besten noch vor dem Erwerb an einen Architekten. Der Grundstückskauf muss gut überlegt sein: Nachteile lassen sich zwar durch gute Planung des Gebäudes zum Teil kompensieren, grundstücksbedingte Verteuerungen können aber kaum vermieden werden.

Manchmal stecken die Probleme im Untergrund, wenn beispielsweise Fels oder schlecht tragende Schichten vorkommen. Ein steil geneigtes Gelände verursacht höhere Baukosten als ein ebenes. Bei einem unebenen Gelände erfordern die Außenanlagen teure Stützmauern und Treppen. Beim Bauen selbst kann an vielen Stellen gespart werden ohne Einbuße für die Qualität, am Grundstück lässt sich nichts mehr ändern.

Für die meisten Baugebiete gibt es Bebauungspläne. Sie regeln Art und Maß der Bebauung. So sind mit dem Grundstückskauf auch meist schon die Rahmenbedingungen festgelegt. In bebauten Gebieten, für die es keine Bebauungspläne gibt, regelt das Baugesetzbuch das Baurecht: Größe, Form und Nutzung der beabsichtigten Bebauung müssen den Nachbargebäuden entsprechen.

 

Gebäudeform und -größe

Die Spanne der Baukosten liegt zwischen 540 bis 1450 Euro pro Quadratmeter Bruttogrundfläche, wobei es natürlich schwierig ist, an der unteren Grenze zu bleiben. Wo können ? ohne Einbuße für Nutzung oder Gestaltung ? Kosten eingespart werden?

Bei knappem Budget ist es eine gute Möglichkeit, mit anderen zusammen nach einem geeigneten Grundstück Ausschau zu halten und dort gemeinsam zu bauen. Denn das frei stehende Einfamilienhaus ist bei Bau und Unterhalt die teuerste Lösung ? allein die Heizkosten sind schon viel höher. Vielleicht kann man mit Freunden oder Bekannten ein Doppelhaus errichten oder sich für eine andere finanziell günstige Gebäudeform wie ein Reihen?, Ketten? oder Gartenhofhaus entscheiden. Mit einer Bauvoranfrage klärt der Architekt ab, was auf welchem Grundstück baurechtlich erlaubt ist.

Die Baukosten liegen im günstigen Bereich, wenn mit einfachen Gebäudeformen und einfachen Dachkonstruktionen wie z.B. Pultdächern gearbeitet wird. Vor- und Rücksprünge, Erker und dergleichen verteuern ein Haus bei der Erstellung und im Unterhalt erheblich. Gut gestaltete und gut proportionierte Gebäude zeichnen sich häufig durch einfache Grundformen aus.

Ein großes Haus kostet mehr als ein kleines: Daraus kann der Bauherr die Strategie ableiten, zunächst ein kleines Haus zu bauen, sich aber die Option für einen späteren Anbau offenzuhalten. Der Architekt plant zum Beispiel von Anfang an zwei weitere Zimmer oder auch einen Wintergarten mit ein, so dass größere Eingriffe bei der Realisierung vermieden werden können. Er achtet darauf, dass auch die Haustechnik für die spätere Erweiterung angemessen dimensioniert ist ? insbesondere Abwasser und Heizung müssen ausreichend vorhanden sein. An bestimmten Stellen können schon mal Fenster- und Türstürze vorgesehen werden, die spätere Veränderungen erheblich erleichtern.

Konstruktionsarten und Haustechnik

Bei der Auswahl der Konstruktionsarten sowie dem Schichtenaufbau der einzelnen Bauteile zeigt der Architekt die Vor- und Nachteile auf, zum Beispiel im Bereich der Schall- und Wärmedämmung. Weiterhin kann er die Kosten für verschiedene Bauarten ermitteln: Soll ein Holzfachwerkgebäude oder ein Massivhaus entstehen?

Für den Aufbau von tragenden und nichttragenden Innen- und Außenwänden, von Decken und Böden gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten. Je nach Bedarf können aufwendigere oder günstigere Konstruktionen bzw. Oberflächen gewählt werden. Möglich ist aber auch, Bauteile aus Beton, Mauerwerk oder Holz ganz unbehandelt zu lassen und eventuell erst später zu verputzen, zu streichen oder zu verkleiden. In diesem Fall bleiben auch technische Leitungen wie Elektrokabel oder Heizleitungen auf der Oberfläche sichtbar. Das mag gewöhnungsbedürftig sein, spart aber Geld ? außerdem kann der Einblick in die Gebäudetechnik auch sehr interessant wirken.

Kostengünstig und ökologisch sinnvoll ist es, die Warmwasserversorgung dezentral zu lösen. Statt langer Zirkulationsleitungen durch das ganze Haus werden in unmittelbarer Nähe zu den Entnahmestellen Durchlauferhitzer installiert. Nur so viel Warmwasser wird jeweils bereitet, wie gerade benötigt. Mit diesem modernen Konzept entfallen sowohl die Bevorratung von Warmwasser als auch die ständige Zirkulation mit Umwälzpumpen.

Ausstattung und Bauteile

Ohne Einbuße an der Qualität lässt sich auch viel Geld bei der Wahl von Ausstattung und Bauteilen sparen: So kosten emaillierte Stahlwannen zum Baden oder Duschen einen Bruchteil von den heute häufig verwendeten Acrylwannen, wobei die Oberflächen von Acrylwannen empfindlicher sind als die aus Emaille. Weiße Objekte sind billiger als farbige. Bemerkenswert ist auch der Preisunterschied bei Armaturen. Bestimmte Designs kosten ein Vielfaches von qualitativ gleichwertigen anderen Produkten.

Große Einsparmöglichkeiten bieten sich ebenfalls bei der Küchenausstattung oder bei der Wahl von Treppen und Bodenbelägen. Bei Fenstern kann ein Teil der Glasflächen mit Festverglasung ausgestattet werden. Es müssen nicht überall aufwendige Dreh-Kipp-Flügel sein, deren Glasfläche und damit die Belichtung gering ist, da ein Rahmen hinzukommt. Festverglasungen können allerdings nur von außen geputzt werden.

Beim Hausbau gibt es viele Möglichkeiten, Geld zu sparen. Der Architekt erstellt ein schlüssiges Gesamtkonzept, das auf die Bedürfnisse des Bauherrn maßgeschneidert passt. Sein eigenes Honorar rechnet er nach den gesetzlichen Vorgaben ab. In dem altbewährten Dreiecksverhältnis von Bauherr, Architekt und Handwerker ist er der Treuhänder des Bauherrn und hilft ihm nicht nur beim Planen und Bauen sondern auch beim Sparen.

Ein erstes informelles Gespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen, so dass der Bauherr die Möglichkeit bekommt über eine künftige Zusammenarbeit frei zu entscheiden.